Kostenfallen – manche Klicks kommen teuer zu stehen

Kinder sind leicht zu ködern. Das gilt im Internet ganz besonders. Hier lauern Lockangebote und versteckte Verträge.

Versteckte Verträge lauern oft dort, wo Gratis-SMS, kostenlose Downloads von Klingeltönen und der Lieblingsmusik oder ähnliche Verlockungen angepriesen werden. Hier trübt die Vorfreude nicht selten den Blick auf das Kleingedruckte. Dann ist das Kästchen neben den Allgemeinen Geschäftsbedingungen schnell angeklickt und eine CD-Box gekauft, ein neuer Mobilfunkvertrag abgeschlossen oder ein anderes ungewolltes Geschäft gemacht.

Lockangebote erschleichen zwar keine „Unterschriften“, verführen jedoch zum schnellen Shopping. Betroffen sind neben lieferbaren Waren wie Spielzeug oder CDs auch Nutzungsrechte. Zum Beispiel laden manche Seiten Kinder zu Online-Spielen ein, die im ersten Leval kostenfrei genutzt werden dürfen. Wenn es spannend wird, bitten die Anbieter dann zur Kasse. Folgende Bezahlsysteme sind möglich:

1. Herkömmliche Methoden

  • auf den Abschluss eines Vertrages folgt eine Rechnung oder der Einzug des Betrages per Lastschrift oder Nachnahme
  • Sofortzahlung ist per Kreditkarte möglich.

2. Prepaid-Systeme

  • Credits sind eine Internetwährung. Sie wird direkt auf der Anbieterseite eingekauft, der Betrag dort gutgeschrieben. Mit den eingetauschten „Credits“ kann der Kunde auf der Seite bezahlen. Da für Credits in der Regel Kreditkarten belastet werden, haben Kinder dazu kaum Zugang.
  • Codes sind ebenfalls eine Internetwährung. Sie werden außerhalb des Internets verkauft und von angeschlossenen Webshops als Zahlungsmittel akzeptiert. Die Nutzung ist oft zeitlich begrenzt. Anschließend verfällt das Guthaben.
    • Das Unternehmen Paysafe wirbt bereits mit mehr als 3.500 Webshops und mehr als 300.000 Verkaufsstellen für seine Code-Cards weltweit. Tankstellen, Kiosks und andere Geschäfte vertreiben sie im Wert von 10,-, 25,-, 50,- und 100,- Euro. Obwohl eine Altersbeschränkung existiert, kommen Kinder in der Praxis leicht an die Codes heran.
    • Kein Hindernis bietet Kindern das Codesystem via SMS: Manche Internetseiten veröffentlichen Telefonnummern, über die der Kunde per SMS den Zahlungscode anfordert. Hier wird der Preis vom Handy-Guthaben abgebucht. In der Regel geht es dabei um kleinere Summen.

Was tun?

In der Anfangszeit sollten Kinder auf das Einkaufen im Internet ganz verzichten. Erste Erfahrungen können sie in Shops von Kinderseiten sammeln, die für ihre User ein Taschengeldkonto einrichten. Davon abgesehen vereinbaren Sie mit Ihrem Kind folgende Dinge:

  1. Gib im Internet niemals persönliche Daten preis!
  2. Bestelle im Internet nichts ohne Absprache!
  3. Der Klick auf das „Ok“ vor den AGB ist tabu! Damit sind Sie schon fast auf der sicheren Seite, denn ein Kaufvertrag im Internet wird erst durch das Akzeptieren der Allgemeinen Geschäftsbedingungen rechtsgültig.

Und wenn doch einmal eine Rechnung kommt?

  • Bezahlen Sie keinesfalls sofort! Innerhalb von 14 Tagen haben Sie ein Rückgaberecht. Ist diese Zeit ab „Bestellung“ bereits verstrichen, prüfen Sie, ob der Vertrag rechtsgültig aufgesetzt und zustande gekommen ist. Kinder sind nur eingeschränkt geschäftsfähig und damit nicht zur Zahlung verpflichtet.

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